Grosse tragen Kleine

1. Türchen für Sonntag
Große tragen Kleine

Unser Foto zum ersten Advent zeigt ein kleines Mädchen auf dem Arm eines größeren.

Wir haben dieses Foto auch für unsere Werbeflyer ausgewählt, denn es hat Symbolkraft für das Leben der Kinder in Ghana.

Die Kleine wird von der Größeren getragen. Während die Kleine noch nicht erfassen kann, was um sie herumgeschieht, hat die Größere bereits Verantwortung übernommen. Was das größere Mädchen denken mag, wissen wir nicht; vielleicht geht ihr Blick in die Zukunft, in eine Zukunft, die sie zwar nicht kennt, aber von der sie sich mit viel Gottvertrauen Gutes erhofft.

So ist das Leben vieler Kinder in Ghana: Die Großen kümmern sich um die Kleinen.
Oft ist es sogar so, dass Jugendliche ihre Schulausbildung abbrechen müssen, um mit Hilfs- oder Feldarbeiten den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen bzw. um den kleineren wenigstens eine Grund- und Hauptschulausbildung irgendwie zu ermöglichen. Meistens verpassen die älteren Geschwister dadurch ihre Kindheit und Jugendzeit und übernehmen sofort die Rolle des Fürsorgers. Wenn jedoch alle gleich arm sind, dann haben alle die gleiche nur geringe Chance auf eine gute Zukunft. Dennoch leben die Kinder nicht ohne Gottvertrauen und Zuversicht. Jede noch so kleine Hilfe, wird wahr- und dankbar angenommen und schenkt oft das Fünkchen Hoffnung, das neues Durchhalten möglich macht, Zuversicht gibt, den Blick in eine erhoffte gute Zukunft lenkt und den Kindern ein Lächeln schenkt.

Einen wichtigen Beitrag zu dieser Zuversicht leisten die Spender der Stiftung Regentropfen. Mit jeder vermeintlich noch so „kleinen" Spende, können wir Kinder fördern und sie unterstützen. Keine Hilfe ist zu klein, jeder „Regentropfen" zählt und spendet Leben.

Diese Philosophie vermitteln wir auch unseren Schützlingen. Wenn die „großen Kinder" mit ihrer Ausbildung fertig sind, dann tragen sie quasi wieder die kleineren mit in eine bessere Zukunft, weil sie – sobald sie ein Einkommen haben – angemessene finanzielle Beiträge an die Stiftung Regentropfen entrichten, die dann wieder den Kleinen zu Gute kommen.

Das ist neben dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe" das zweite Motto für die Arbeit der Stiftung Regentropfen – Bildung zum Leben: „Was mir an Gutem widerfahren ist, davon gebe ich an die zurück, die – wie ich damals – jetzt Hilfe brauchen." Den jungen Menschen wird Unterstützung angeboten, mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit: „Was wir säen, wächst und gedeiht, damit zukünftige Generationen es leichter haben."

Dies ist auch mit der Botschaft des Erwartens und des Hoffens zu vereinbaren, die ja auch der Advent in sich birgt: Gutes geben und Gutes empfangen und damit das Reich Gottes wahr werden zu lassen. Oder, wie Ricarda Huch sagt: Die Liebe ist das einzige Gut, das wächst, wenn man es verschwendet.

Wir freuen uns, wenn Sie nächsten Sonntag, 2. Advent, das zweite Adventskalendertürchen der Stiftung Regentropfen öffnen; dann erzählen wir Ihnen die Geschichte von Clement, einem Jugendlichen der aus leidvollen Erfahrungen ein bewundernswertes Lebensmotto für sich entwickelt hat.

© Stiftung Regentropfen –Bildung zum Leben, Dezember 2013